Gute Fotos ködern nicht nur den Leser, sondern auch den Journalisten. Fotos sollen pfiffig und ungewöhnlich sein. Nach Möglichkeit keine gestellten Szenen (Bsp. „Strahlend-weiße Model-Zähne“). Ungewöhnliche Perspektiven, „Geisterfotos“ von menschenleeren Restaurants, 300dpi Mindestgröße etc.

Checkliste: Verwertbare Fotos

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Viele Photos = größere Auswahl! Lieber ein Photo zu viel als ein Photo zu wenig: Und wenn Sie noch so überzeugt sind, den Schnappschuss Ihres Lebens gemacht zu haben, drücken Sie in Zeiten digitaler Kameras lieber noch ein paar Mal auf den Auslöser (die Erfahrung zeigt nämlich, dass viele Verwacklungen oder Unschärfen erst bei Vergrößerungen erkennbar werden).

Scharf und hell! In Räumen immer mit Blitz arbeiten, denn nur die wenigsten Menschen können eine Kamera so lange ruhig halten, dass es ohne Blitz (und damit längerer Belichtungszeit) ein scharfes Bild gibt. Blitz ist Pflicht, das gilt auch im Freien generell bei Gegenlichtaufnahmen.

Nah, näher, noch näher! Der häufigste Fehler des Photographen ist sein Wunsch, ALLES auf ein Photo bannen zu wollen. Die Folge: Man erkennt schließlich gar nichts mehr. Deshalb: So nah wie möglich an das Motiv ran, das man im Visier hat (dafür gibt es an der Kamera auch die Zoom-Funktion).

Menschen! Wenn ein Hotel den persönlichen Service und die Gastfreundschaft als Merkmal herausstellt, sollte dieser auch auf Photos zum Ausdruck kommen. Im Idealfall trifft man immer einen Gast UND einen Hotelmitarbeiter in direkter Interaktion (Gespräch, packen gemeinsam etwas an, agieren zusammen) auf einem Photo. Noch zwei Anmerkungen:

Ein solches Photo ist immer auch eine schöne, nachträgliche Dankeschön-Überraschung für den Besuch.

Bitte keine Stand-Gruppenphotos! Das wirkt steif und wenig gastfreundlich.

Abwechslung 1: Unterschiedliche Motive! Immer nur Nahaufnahmen langweilen auf Dauer. Deshalb bereits beim Photographieren das gesamte, spätere „Album“ im Kopf haben: Einmal die Szene als Ganzes, einmal ein wichtiges Utensil, dann Menschen im Gespräch usw.

Abwechslung 2: Einmal andere Perspektiven! Hier kann man gerne mal ausprobieren, denn oft ergeben sich aus solchen Versuchen die schönsten Photos.

Ausschnitte (z. B. eines Buffets, eines Hoteldetails etc.)

Blickwinkel (z. B. von oben oder aus niedriger Höhe)

Abwechslung 3: Ungewohntes! Eine Rudermannschaft, die in ihrem Boot im Foyer des Hotels sitzt; Fußballer jagen den Ball durch den Hotelflur, Billardvirtuosen lassen auf der Rezeption die Kugel rollen, eine ausstellende Künstlerin bemalt spontan das gute Hemd des Direktors, im winterlichen Biergarten eröffnet die dick eingepackten Restaurant-Mitarbeiter die Biergartensaison  – es gibt viele Möglichkeiten, eine Veranstaltung/ein Thema mit einem etwas anderen, bewegten Photo sofort reizvoller für die Medien zu machen.

Nicht vergessen: Bildtexte! Bei der späteren Darstellung der Photos ist es elementar zu wissen, wer bzw. was drauf ist. Hier bitte die photographierten Menschen höflich nach ihren Namen (Vor- UND Nachname) fragen (oder anderweitig in Erfahrung bekommen) und lokal benannt (von links nach rechts: X, Y, Z.) als Bildtext dazu geben.

Ganz wichtig: Die Redaktionen nehmen Photos eigentlich nur noch in digitaler Form (jpg-Format) an und mit möglichst hoher Auflösung (300 dpi). Für die Menü-Einstellungen an den Digitalkameras heißt das meist „höchste Qualität“, „High Quality“ oder gar „Super High Quality“. Anders formuliert: Ein Handy-Foto mit 34 Kilobyte (kb) ist schlichtweg viel zu klein, um gedruckt werden zu können. Es sollten schon Dateigrößen um ein Megabyte (MB) sein, auch wenn der Versand per E-Mail dann unter Umständen ein wenig länger dauert. Zum Vergleich: Photos, die von der Deutschen Presseagentur (dpa) kommen, bringen es locker auf fünf Megabyte. Weil scharfe Photos nur in dieser Größe auch wirklich scharf gedruckt werden können.