Meine Loyalität muss sich mein Arbeitgeber verdienen – Die Generation Y, ihre Werte und Ziele. Interview mit Professional Coach Klaus Häck, HOMMEQUADRAT

Die Generation Y wird gerne mal als egoistisch, gar narzistisch bezeichnet. Attribute, die nicht gerade schmeichelhaft sind. Für ein konstruktives Miteinander appelliert Führungskräftecoach Klaus Häck an Arbeitgeber und Personalverantwortliche, sich intensiv mit den Vertretern der zwischen 1980 und 1985 Geborenen zu befassen. Was treibt sie an? Welche Erwartungen stellen sie an ihr Leben? Und was bedeutet das im Umkehrschluss, um für die Generation Y ein attraktiver Arbeitgeber zu sein? Drei Fragen an Klaus Häck

Frage: Herr Häck, derzeit ist die Kritik groß, dass sich Arbeitgeber in Hotellerie und Touristik nicht auf die Wünsche der Generation Y einstellen. Ist das so?

Klaus Häck: Die Generation Y, also die nach 1980 Geborenen, unterscheiden sich in ihren Wertevorstellungen ganz deutlich von den vorherigen Generationen. Im Vordergrund stehen die Work-Life-Balance und die persönliche Weiterentwicklung. Dadurch ergeben sich auch andere Anforderungen an den Arbeitgeber als sie die Generation X oder die Baby Boomers hatten. Unternehmen und Führungskräfte sind darauf häufig noch nicht vorbereitet. Dieses Phänomen lässt sich branchenübergreifend beobachten, das gilt nicht nur für die Hospitality-Branche.

Frage: Arbeiten Sie im Coaching mit Klienten der Generation Y mit anderen Coaching-Methoden und Werkzeugen?

Klaus Häck: Die Klaus HaeckAnsätze und möglichen Methoden im Coaching bleiben die gleichen, da ich diese immer individuell auf die Persönlichkeit des Klienten abstimme. Allerdings beobachte ich, dass die Themen der Generation Y andere sind. Sie möchten attraktive Aufgaben in einem Unternehmen übernehmen und legen Wert auf stimmige Rahmenbedingung bei ihrem Arbeitsplatz. Die Generation Y fordert für Leistung ein angemessenes Gehalt ein, möchte sich aber für die Ziele des Unternehmens nicht mit Mehrarbeit und Überstunden kaputt machen.

Frage: Fachkräftemangel und demographischer Wandel hängen wie ein Damoklesschwert branchenübergreifend über den deutschen Unternehmen. Wie können sich Unternehmen als Arbeitgeber für die Generation Y interessant machen?

Die große Kunst der Arbeitgeber ist es, zu erfahren, welches die Ziele der jungen Menschen sind und wie sich diese mit den Zielen des eigenen Unternehmens kombinieren lassen. Das erfordert von Arbeitgeberseite eine intensive Auseinandersetzung mit der Generation Y und Gespräche mit den jungen Menschen. Unternehmen müssen sich als Arbeitgeber stärker positionieren und eine Arbeitgeber-Marke entwickeln, über die sie kommunizieren, was sie für ihre Mitarbeiter tun und welche Ansprüche sie an sie stellen. Nur so können Jobs an geeignete und motivierte junge Menschen vergeben werden. Langfristig werden nicht mehr Bewerber um die Gunst potentieller Arbeitgeber buhlen sondern Unternehmer um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter.