Die Hotellerie kämpft seit Jahren mit dem Fachkräftemangel. Um dem Mitarbeiterschwund entgegenzuwirken müssen innovative Ideen her. Das hat man auch im Hotel Victory Therme Erding längst erkannt und bietet kreative Job- und Arbeitszeitmodelle. Gerade für Quer- und Wiedereinsteiger sehr interessant. Wir wollten es genauer wissen und haben bei Kirsten Kohnke, General Manager und Nicola Ewald, Human Resources Manager, nachgefragt.

Was ist Ihrer Meinung nach besonders wichtig, um in einem Gästebetrieb zu arbeiten?

Kirsten Kohnke, General Manager

Kirsten Kohnke:

Gastlichkeit und Freundlichkeit sind sicherlich die wichtigsten Voraussetzungen. Wir sind der Meinung, alles andere kann man lernen – wenn man nur will.

Brauchen wir also keine Fachkräfte mehr in der Hotellerie?

Nicola Ewald:

Klar werden Fachkräfte noch benötigt, doch vor allen Dingen brauchen wir Menschen mit einem „Gastgeber-Gen“. Das kann man nur bedingt lernen, entweder man hat es oder nicht. Lernwilligkeit, Bereitschaft sich auf was Neues einzulassen und Freundlichkeit sind hier die Schlagwörter. Damit können wir arbeiten. Die Mischung macht’s! Wir bieten daher gezielt Quereinsteigern, die Spaß am Umgang mit Gästen haben, die Möglichkeit bei uns zu arbeiten.

 Wie finden Sie solche Quereinsteiger oder auch Job-Wiedereinsteiger mit „Gastgeber-Gen“?

Nicola Ewald, Human Resources Manager

Nicola Ewald:

Um gemeinsam die Job-Stärken herauszufinden bieten wir Bewerbern beispielsweise „Schnupperarbeitstage“ an. Wir legen viel Wert auf eine umfassende Einarbeitung, denn die Mitarbeiter sollen Zusammenhänge im Arbeitsablauf und zwischen den einzelnen Fachbereichen und Aufgaben verstehen und erkennen. Hier sind dann auch unsere Fachkräfte gefragt, denn nur sie können Quereinsteiger entsprechend trainieren und weiterbilden.

Warum will heute keiner mehr in der Hotellerie arbeiten?

Kirsten Kohnke:

Gott sei Dank gibt es noch Menschen, die sich für die Arbeit in der Hotellerie interessieren. Doch natürlich ist es immer ein Spagat, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Da braucht man sich auch nichts vorzumachen, oft sind die Arbeitszeiten in der Hotellerie einfach familienunfreundlich, dass macht den Job in einem Gästebetrieb sicherlich nicht besonders sexy. Dem versuchen wir entgegenzuwirken. Wir bieten Mitarbeitern individuelle Arbeitszeit-Modelle – wir setzen keine Mindestarbeitsstunden fest, bieten Mehrschichtmodelle, heben Urlaubssperren für Eltern auf und vieles mehr. Wenn wir uns auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter einlassen, finden sich auch Mitarbeiter für einen Job in der Hotellerie. Denn nicht vergessen sollte man, dass ein Arbeitsplatz im Hotel viel Abwechslung bietet, ein spannendes Umfeld und vor allen Dingen eine Möglichkeit auf der Gastgeberbühne zu stehen.

Best-Ager-Jobmodelle? – Was steckt dahinter?

Nicola Ewald:

Für die Zukunft wollen wir aber noch mehr, denn wir planen grundsätzlich eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern. So versuchen wir gemeinsam für zukünftige Herausforderungen Lösungen zu finden, wie beispielsweise Best-Ager-Jobmodelle, Karriere im Teilzeitjob oder auch ein noch flexibleres Schichtsystem. Gerade in skandinavischen Ländern funktioniert das längst, warum also nicht auch bei uns?!