Gerd Ripp

Als Privat-Hotelier brauche man „vor allem gute Instinkte“, meint Gerd Ripp, Besitzer und Direktor des Vier-Sterne-Superior Romantik Hotels Schloss Rheinfels am Mittelrhein. Derlei gute Instinkte bewiesen wohl auch die Juroren der diesjährigen Wahl zum „Tagungshotelier des Jahres“, als sie den umtriebigen Rheinländer auf das Siegertreppchen wählten. Pünktlich zum 60. Geburtstag, dem 35-jährigen Berufsjubiläum auf Rheinfels und dem 25-jährigen Bestehen der vielfach preisgekrönten Tagungsvilla durfte er nun im Pforzheimer Gasometer vor mehr als 200 geladenen Gästen aus der deutschen Hotelszene, bei stehenden Ovationen aus dem Kollegenkreis und nach einer respektvollen Laudatio durch die Vorjahres-Preisträgerin den vorläufigen Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Auszeichnungen feiern.

Gerd Ripp, gelernter Kellner und Koch mit Stationen im legendären Hotel Bareiss, Baiersbronn und der Auberge du Cheval Blanc im Elsass, war 1981 bereits jüngster Hotelbetriebswirt Deutschlands. Nur ein Jahr später ging er in Sankt Goar als Geschäftsführer des damals noch mit drei Sternen bewerteten Hotels Schloss Rheinfels vor Anker: Das exponiert gegenüber der Loreley gelegene  Hotel war seinerzeit noch recht bescheiden im Anspruch und im Besitz der Fabrikanten-Familie Homann. Die gab ihrem Angestellten mit dem ausgeprägten Unternehmer-Gen viel Spielraum, dieses besondere Haus zu entwickeln. Und so kann man heute längst nicht mehr von einem „Haus“ sprechen, sondern erlebt in St. Goar eine weitläufige Hotel- und Event-Arena, die  wie eine Landmarke hoch über dem UNESCO-Welterbe thront.

Investition in Vertrauen und Vertrauen in Investitionen

Was war geschehen? 2003 entschloss sich die Fabrikanten-Familie, das Anwesen zu veräußern und nahm das Défilee der Kaufwilligen ab. Einer war schneller als alle Interessenten, erkannte den Mantel des Schicksals, den man ergreifen muss, wenn man gute Instinkte hat (Mut und Unternehmergeist nicht zu vergessen!) und griff zu: Gerd Ripp. Gemeinsam mit seiner Frau Petra bekam er auf der Basis langjährig gewachsenen Vertrauens den Zuschlag und begab sich auf den Kreuzweg der Suche nach Kapital. 95 Prozent Fremdfinanzierung mussten her und dass etwas Derartiges am Kapitalmarkt fast unmöglich ist, war ein bitteres Learning. Aber eben nur fast: Die heimische Kreissparkasse stieg letztlich „quid pro quo“ in den Ring, setzte Geld gegen Unternehmerqualitäten und bewies damit  ebenfalls „gute Instinkte“!

Gourmet Restaurant Silcher Stuben

Für die umfangreichen Renovierungs- und Erweiterungsvorhaben waren nun bereits im ersten Schritt weitere Fremdmittel erforderlich. Gerd Ripp, im Übrigen auch Autor eines Zauberbuches, zauberte sich mit einer guten Idee bis in die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt:  Er mobilisierte „mezzanines Kapital“, machte 50 seiner Stammgäste zu bis heute zufriedenen Genussschein-Inhabern, zu stolzen Besitzern von Rheinfels-Aktien mit regelmäßigen Zinsausschüttungen und VIP-Status. Auch hier kam ein längst vergessener Spruch zum Tragen: Wo der Stein am längsten liegt, begrünt er. Vertrauen erwies sich einmal mehr als die Grundlage von allem. Die AHGZ sprach gar von „einer Revolution in punkto Finanzierung“!

Ein unkonventioneller Innovator und Querdenker

2017 – und viele Millionen-Investitionen später – hat der „gelernte Kölner“ Gerd Ripp sein zweites Buch mit dem Titel „Gegen  den Strom zu Spitze“ veröffentlicht, war Präsident der Hotelkooperation „Gast im Schloss“ und erster Hotelier im Wirtschaftssenat des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft, unterrichtete an der Hotelfachschule in Koblenz und verwandelte das Romantik Hotel Schloss Rheinfels zum ersten elektrosmogfreien Hotel. Guten Marketing-Ideen ist er nie aus dem aus dem Weg gegangen: So trat er 2007 gemeinsam mit seiner Hausdame und stilecht mittelalterlich gewandet in der ARD-Quizshow mit Jörg Pilawa auf. Die Gewinnsumme von 10.000 Euro investierte er in eine feucht fröhliche Mitarbeiterparty – Bodenständigkeit ist ein weiteres Erfolgsgeheimnis eines „Chefs und Gastgebers zum Anfassen“! In der VOX-Serie „Mein himmlisches Hotel“ räumte er den ersten Preis ab und verschaffte sich und seinem Haus damit erneut bundesweite Publizität. Den Weg des erfolgreichen Hoteliers flankieren zahllose Titel, darunter allein während der letzten 15 Jahre unter anderem der „Gastgeber des Jahres“, dreimal das „Beste Tagungshotel Deutschlands“, „Deutschlands bestes Eventhotel“, „TOP-Arbeitgeber im deutschen Mittelstand“ oder der „Historic Hotel Castle Award“.

Lebe Deinen Traum!

Schloss Rheinfels

Romantik Hotel Schloss Rheinfels

„Inzwischen ist aus dem Romantik Hotel Schloss Rheinfels ein Traumhotel geworden, das ich um keinen Preis der Welt mehr hergeben möchte“, schwärmt der passionierte Zigarrenraucher, der soeben ein weiteres Buch über Rum und Zigarren veröffentlicht hat. Diesen Traum zu leben bedeutet ständige Innovations- und Investitionsbereitschaft, die sich auch in kleinen Dingen manifestiert. Mit seiner neuen Yacht „Buena Vista“ schippert er Gäste durch das einzigartige Tal der Loreley, mit dem nostalgischen Oldtimerbus „Schnauferl“ Entschleunigungs-Romantiker zum Picknick in die Weinberge. Apropos Picknick: Die neueste Großinvestition ist eine weitere Arrondierung des Angebotes in das nur wenige Fahrminuten entfernte Waldchalet Maria Ruh – mit Picknickpark und großer Open Air-Bühne, mit Kaffee-Rösterei, Barista und edlen Quittenbränden. Einzigartig ist der Blick direkt auf das unmittelbar gegenüber liegende Loreley-Plateau. Auch hier erinnert man sich unwillkürlich an das Erfolgsmotto des Hotelpioniers Conrad Hilton auf: Lage, Lage, Lage!

Immer wieder Investitionen

Burgschänke

Über 100.000 Euro wurden 2017 anlässlich des 25jährigen Jubiläums in die Tagungsvilla investiert – vornehmlich in modernste Technik undzeitgemäßes Ambiente im Pausenbereich. Der Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. wird anlässlich eines Verbandsfestes auf Schloss Rheinfels Anfang Oktober 2017 die Gelegenheit haben, den historischen Gewölbekeller im weitläufigen Burgareal, die Tagungsvilla, das Schlosshotel mit der Welterbe-Terrasse, die Erlebniskneipe „Backes“ und das Waldchalet unter die fachliche Lupe zu nehmen. Preisträger Gerd Ripp ist gespannt auf das Urteil der Veranstaltungsfachleute. Befragt nach den weiteren Plänen meint Ripp: „Bei einem so weitläufigen Areal wird man letztlich nie fertig. Wir haben in den letzten knapp 15 Jahren so viel entwickelt, dass ich mich jetzt einfach überraschen lasse, welche Ereignisse an mich heran treten – und vielleicht wieder Ideenreichtum und entschlossenes unternehmerisches Handeln fordern!“

Sein Lebensmotto? Das ist ihm schon vor vielen Jahren bei den ersten Übungsstunden zum Gleitschirmfliegen sozusagen „über den Weg gelaufen“: „Mein Instruktor riet mir: ‚Wirf Dein Herz voraus und spring hinterher!’ Daran habe ich mich in vielen Lebensbereichen immer gehalten. Natürlich nicht ohne eine vernünftige Risiko-Kalkulation. Und dass man das nötige Quäntchen Glück braucht, versteht sich von selbst. Dass ich auch das meist hatte, dafür bin ich besonders dankbar!“