Haben wir in den letzten max.4U’s – unserem internen Newsletter mit praktischen Tipps, wie Öffentlichkeitsarbeit funktioniert und wie sie durch kleine Kunstgriffe optimiert werden kann – darüber gesprochen, wie man in die Medien kommt, so behandeln wir heute das gegenteilige Thema: nämlich, wie man von ihnen verschont oder möglichst wohlwollend behandelt wird. Wann möchten wir das? Immer dann, wenn „Negativ-Schlagzeilen“ drohen, beispielsweise im Rahmen einer Krise, eines möglichen Skandals oder sonstigen „unangenehmen“ Ereignissen. Wer hier frühzeitig professionell agiert und einige Grundregeln beachtet, kann Schlimmeres verhindern. 

„Krisen meistert man am besten, wenn man ihnen zuvorkommt“ (W. W. Rostow)

Nicht jeder Zwischenfall ist eine Krise, schnell jedoch kann er eine Eigendynamik entwickeln und sich zu einer solchen entwickeln. Am besten ist es, sich den prägnanten Satz des US-amerikanischen Ökonoms und Wirtschaftshistorikers Walt Whitman Rostow zu Herzen zu nehmen und ihr zuvorzukommen. Prüfen Sie daher Ihr Haus intensiv auf Schwachstellen, überdenken Sie festgefahrene Arbeitsabläufe und Entscheidungsparameter auf mögliche Risiken. Zeit und Geld sind gut investiert, wenn es um den Schutz des Images und des Renommees eines Unternehmens geht. Jüngstes Beispiel: Die Bilder des wegen Überbuchung gewaltsam aus einem Flugzeug gezerrten Passagiers. Der entstandene Schaden in Form eines globalen Shitstorms ist wirtschaftlich um ein Vielfaches höher, als der Transport mit einem Privatjet gekostet hätte… Medien gieren nach Schlagzeilen – insbesondere negativen! Und die New Channels sind dabei extrem schnell…

Gut vorbereitet sein

Und passiert dann doch etwas, so gilt es, gut vorbereitet zu sein. Legen Sie dazu ein speziell auf Ihr Haus zugeschnittenes Krisenhandbuch an, das zur Pflichtlektüre sämtlicher Mitarbeiter werden muss. Gerne unterstützt max.PR Sie hier durch Seminare zur Bewältigung von Krisen-PR und gibt praktische Tipps zu den Inhalten. Denn stehen die Medien erst einmal mit Kameras, Gerüchten und Fragen vor der Tür, ist es für Vorbereitung rund um ein professionelles Handling zu spät. Frühzeitig muss geregelt sein, wer wann was tut, wer offizieller Ansprechpartner ist und wer intern – auch zu nächtlichen Uhrzeiten – informiert werden muss. So bewahrt man Ruhe, verschafft sich einen Überblick und handelt erst dann. Bedacht, weitsichtig und vorausschauend.    

Die Basis-Grundregeln beim Umgang mit den Medien bei Krisen

Einige Schlagworte sind sehr hilfreich beim Ungang mit Medien in Krisen und können eine unkontrollierte Entwicklung – unter Umständen auch den medialen Shitstorm – der Situation verhindern. Zahlreiche Fachbücher und einschlägige Literatur bieten detaillierte Tipps, die wir an dieser Stelle nur grob zusammengefasst haben:

– Wer das ganze Jahr über einen vertrauensvollen und respektvollen Umgang mit den Medien pflegt, hat auch im „Ernstfall“ bessere Karten für eine solche Behandlung.

– Keine Zeit vergehen lassen, sondern gegebenenfalls proaktiv die Flucht nach vorn antreten und nichts aussitzen. Auch kleine – wenn aktuell und neu – Informationen an die Medien sind dienlich und fördern die Glaubwürdigkeit.

– Anfragen – von allen Medien (keine Bevorzugungen) sollten unbedingt schnell und wahrheitsgemäß aus erster Hand beantwortet werden. Vertuschungs- und Verzögerungsversuche sind kontraproduktiv. Dies gilt auch gegenüber Kunden und Gästen.

– Vorwürfe sind ernst zu nehmen, Anschuldigungen sorgfältig zu prüfen, Fakten gewissenhaft zusammenzutragen. Pochen Sie nicht auf „Ihr gutes Recht“, Vorschriften oder die Philosophie, dass das „in der Branche so üblich“ wäre…

– Auf von Medien falsch kommunizierte Sachverhalte ist sachlich und respektvoll zu reagieren. Im offenen Dialog lässt sich vieles klären…

– Glaubwürdigkeit und Ansehen verschafft man sich durch eine offene Kommunikation, durch eine ehrliche Entschuldigung. Auch, wenn die Fakten unangenehm sind.

– Nutzen Sie für Stellungnahmen auch die New Channels, um Ihre Sichtweise darzustellen und sich gegebenenfalls zu entschuldigen.