Seit Dezember 2016 ist Mathilde Martens (43) neuer Managing Director bei Look-O-Look. Die studierte Business-Managerin übernahm ihre neue Aufgabe von Adrie Gerritsen, der das Unternehmen nach 30 Jahren verlassen und sich in den in den Ruhestand verabschiedet hat. Zuvor war Martens bei Unilever und Philips unter Vertrag. In ihrer neuen Position ist sie für den strategischen Kurs der Süßwarenmarke verantwortlich und möchte dem Unternehmen weiteres Wachstum bescheren.

Frau Martens, seit 100 Tagen führen Sie nun eine Süßwarenmarke. Hat die neue Aufgabe schon erste Spuren an Ihrem Körpergewicht hinterlassen?

Mathilde Martens, Managing Director

Sie haben recht – die Versuchung war und ist groß, nicht nur, wenn der eine oder andere Candy Burger, eine überarbeitete Candy Pizza oder ein neuer Prototyp unserer Candy Sushi auf meinem Schreibtisch landet. Aber nein, bisher habe ich mein Gewicht erfolgreich halten können. Bisher habe ich mich mit Olivenöl, Joghurt-Drinks oder LED-Lampen beschäftigt, die schmecken bei weitem nicht so lecker…

 Ihre bisherigen Schwerpunkte lagen im Verkauf, Akquisition, Business Development und Marketing. Welche Pläne und Strategien verfolgen Sie für Look-O-Look?

Wir werden uns auf drei Wachstumsbereiche konzentrieren:

Zum einen auf die Erschließung zusätzlicher internationaler Märkte: Schon jetzt haben wir eine sehr starke Präsenz in Nordwest-Europa. Wir sehen jedoch eine Menge Potenzial in Regionen rund um die Welt, was uns wiederholt auf der ISM in Köln bestätigt wurde, wo wir Anfragen unter anderem aus den USA, China, Vietnam oder auch dem nahen Osten erhielten. Aktuell überarbeiten wir unsere Expansionspläne entsprechend und analysieren, welche Märkte für Look-O-Look interessant sein könnten.

Zum anderen Innovation: Seit Jahrzehnten ist Look-O-Look der Marktführer im Bereich „Hängebeutel mit Kopfkarte“; seit rund drei Jahren investieren wir erfolgreich im Bereich der süßen Geschenkartikel. Unsere Candy Pizza – und auch ihre Folgeprodukte – wurden von Kunden und Verbrauchern überwältigend positiv angenommen. Ganz gewiss steckt in diesem Konzept noch großes Wachstumspotenzial. Spannend ist, dass derzeit der Zuckerwarenmarktwert wächst. Und genau das ist der Punkt: Innovation, die Werte schafft.

Der dritte entscheidende Faktor zur Sicherung unseres Wachstums ist die Schließung von weiteren Partnerschaften. Mit Blick auf die Herausforderungen, der sich die Süßwarenbranche stellen muss, schafft man es heute nicht mehr allein. Einige starke Vertriebspartner haben wir bereits, aber um die Branche gemeinsam voranzubringen, müssen wir auch im Bereich der Industrie neue Partner finden. Wachstum ist für Look-O-Look jedenfalls keine Frage des Marketings oder Verkaufs allein – ich werde mit dem kompletten Team und in allen Bereichen intensiv zusammenarbeiten, um die Marke und unser Geschäft nach vorne zu bringen.

Welche Rolle spielt speziell der deutsche, aber auch der österreichische und schweizerische Markt für Ihr Unternehmen?

 Der D-A-CH-Markt war, ist und wird immer ein sehr wichtiger für Look-O-Look sein. Mit seinen hohen Ansprüchen und der besonderen Sensibilität für Qualität spornt dieser Teil Europas uns immer wieder zu Höchstleistungen an. Interessant ist dabei auch, dass es völlig unterschiedliche Geschmackspräferenzen auf dem Kontinent gibt – ich kenne das auch von meiner Zeit bei Unilever: Was die Franzosen lieben, kann beispielsweise in Deutschland verschmäht werden – und umgekehrt. Die drei deutschsprachigen Länder jedenfalls machen einen Großteil unseres Geschäfts aus, sie setzen Maßstäbe und stellen den Standard bei der Entwicklung unserer innovativen Produkte dar. Ohne die D-A-CH-Region hätte die Candy Pizza niemals ein solcher Erfolg werden können: Der Handel hat unsere süßen Geschenkartikel als erstes angenommen, zudem erhielten wir große Unterstützung seitens unserer Vertriebspartner. Gemeinsam mit ihnen haben wir unserer Shop-in-Shop-Verkaufsregal mit den traditionellen Hängebeuteln erfolgreich umgebaut und die neuen Produkte integriert.

Bewusste, vegetarische und vegane Ernährung ist aktuell ein großes Thema. Wie stellt sich Look-O-Look dieser Herausforderung?

 Absolut, das ist der Trend. Immer mehr Verbraucher achten darauf, was sie essen, stellen spezifische Ansprüche und entscheiden sich beispielsweise für vegetarische, gelatine- oder glutenfreie Produkte. Look-O-Look hat bereits auf diese Entwicklung reagiert und etwa 80 Prozent seiner Artikel im Hängebeutel-Bereich mit dem V-Label der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) ausgezeichnet. Dies ist ein erster Schritt – selbstverständlich streben wir die 100 Prozent an und arbeiten zudem an entsprechenden weiteren Angeboten für unsere Kunden.