Für Sie als Führungskräfte und Unternehmer ist es wichtig, dass Sie in Zukunft und inmitten einer unbeständigen, ungewissen – also einer „VUCA Welt“ **-  eine gute Anpassungsfähigkeit besitzen. Mir ist bewusst, dass der Begriff Anpassung gerade bei Ihnen Widerstand hervorruft. Sie haben sich nicht selbständig gemacht, um sich irgendwelchen Entwicklungen anpassen zu müssen. Und als klassische Führungskräfte möchten Sie alles möglichst unabhängig gestalten, soweit dies in Ihrem Unternehmen möglich ist.

Trotzdem gibt es verschiedene Ebenen, denen Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit schenken sollten:

1. Wissen

Als Führungskräfte und Unternehmer sollten Sie sich bewusst machen, dass Ihr Erfahrungswissen für Sie persönlich zwar hilfreich ist, nur in operativen Prozessen zukünftig leider immer seltener zum Zuge kommt. Durch Digitalisierung und rasante Veränderungsgeschwindigkeiten bis hin zu disruptiven Veränderungen ist in vielen Fällen heute ein anderes Wissen gefragt. Und das fachliche Wissen, welches Sie besitzen, finden Ihre Mitarbeitenden in jedem Fall im Netz. Anpassungsfähigkeit bedeutet für Sie lernen, beobachten und die kollektive Intelligenz Ihres Teams sowie von externen Stakeholdern zu nutzen. Wissen als besondere Kompetenz einer Führungskraft verliert massiv an Bedeutung. Sich dem Neuen zu nähern, es anzunehmen und zu nutzen dagegen wird immer wichtiger.

2. Funktion 

Wenn Unternehmen im Gastgewerbe heute Mitarbeitende und Führungskräfte einstellen, dann gelten immer noch die gleichen Regeln wie vor zehn Jahren. Ausbildung, immer häufiger ein Studium, Fachkompetenz, eine gewisse Vorerfahrung, bestimmte Verhaltensweisen die zur Philosophie des Unternehmens passen und eine ganz ordentliche Vita. Damit wird der Bewerber einer gewissen Funktion zugeordnet. Doch die Zeiten ändern sich. Es passt nicht mehr der erfahrene, gestandene Hoteldirektor auf jedes Hotel! Es passt nicht mehr der fachkompetente Barkeeper in jede Bar! Die bis dato gesammelte Kompetenz passt nicht mehr zu jedem Job und wer weiß, wie der Job als Hoteldirektor in der Zukunft überhaupt aussieht?

Überlegen Sie einmal selbst, wo ein Mensch mit einer anderen Kompetenz und einer hohen Anpassungsfähigkeit und -geschwindigkeit vielleicht in Ihrem Unternehmen in Zukunft besser geeignet ist? Funktionen lösen sich von traditionellen Kompetenzen, wobei es voraussichtlich immer Spezialisten und Köche geben wird. 

3. Kompetenzen

Natürlich stellen sich Unternehmer und Führungskräfte die Frage, auf welche Kompetenzen sie in der Zukunft setzen sollten, wenn es normal ist, dass ein Mensch in seiner Laufbahn ca. 15-20 verschiedene Jobs durchläuft. Auch hier ist die Anpassungsfähigkeit der Mitarbeitenden sowie Führungskräfte die Kompetenz schlechthin, insbesondere hinsichtlich der Zusammenarbeit und Teamfähigkeit. Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden in unterschiedlichen Teams arbeiten können, getreu dem Motto „heute hier, morgen dort im Team“. Damit Ihr Unternehmen auf schnelle Veränderungen reagieren kann, brauchen Sie häufig unterschiedliche Kompetenzkonstellationen. Das bedeutet, dass Sie für die kommenden Herausforderungen immer wieder die Teams neu zusammenstellen werden. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Alterszusammensetzung Ihrer Mitarbeitenden. Diese Herausforderung an die Führungskräfte beschreibt die Funktion des CEO bei den Prizehotels so außergewöhnlich gut – Chief Enabling*** Officer!

Für Führungskräfte und Unternehmer bedeutet dies eine enorme, mentale Flexibilität und das Lösen von lieb gewonnenen Gewohnheiten und Strukturen. Anpassungsfähigkeit – eine Schlüsselqualifikation der Zukunft mit Erfolgspotenzial!

Wie können Sie Ihre Anpassungsfähigkeit verbessern?

  • Lernen Sie von anderen, indem Sie gut zuhören, dabei Ihre Gedanken in den Hintergrund stellen und das Gehörte wirken lassen. Die anderen, das sind Ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden sowie Stakeholder Ihres Unternehmens bis hin zu Menschen und auch Medien, die einen Einfluss auf Ihr Unternehmen haben könnten.
  • Lassen Sie andere Meinungen, Ideen, Haltungen sowie Emotionen zu und achten Sie genau darauf, was diese Gedanken mit Ihnen machen.
  • Reflektieren Sie Ihre Reaktion auf vorhandene Muster (Denkmuster, Verhaltensmuster und Glaubenssätze, Ängste) und fragen Sie sich, warum Sie auf die Veränderung oder andere Meinungen so reagieren? Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind, erkennen Sie dabei Ihren Anteil, warum Sie bestimmte Dinge nicht zulassen. Denken Sie an Veränderungen, die Sie erfolgreich gemeistert haben.
  • Handeln Sie mal anders, nicht so, wie Sie es immer tun würden. Widersprechen Sie nicht, lassen Sie Aussagen einfach mal stehen. Hinterfragen Sie, um andere Meinungen besser zu verstehen. Fassen Sie den Mut und probieren bewusst mal etwas aus, was Sie nicht zu 100 Prozent vertreten. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden die Chance, etwas Neues auszuprobieren und betrachten Sie das Ergebnis fair, also möglichst unabhängig von Ihrer vorgefertigten Denke.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Sie werden überrascht sein!

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