1. Die Angst der Führungskräfte vor dem Coaching

Klaus Häck

Klaus Häck

Januar 2016. Bei vielen Führungskräften hat Coaching immer noch einen schlechten Ruf. Viele glauben nach wie vor, dass Coaching nur denen zu Teil wird, die in ihrer Führungsarbeit Defizite haben. So ein Quatsch! Denn alle Führungskräfte haben Stärken und Schwächen. Allerdings kann jemand, der selbstbewusst ein Coaching in Anspruch nimmt, lernen, mit seinen Schwächen besser umzugehen und verbessert dadurch sein Selbstwertgefühl. Das hilft ihm, souveräner aufzutreten. Aus meiner Sicht ist das Erfolgsorientiert und keineswegs Defizitorientiert. Könnte die Angst der Führungskräfte vor dem Coaching etwas über die Vertrauenskultur in Unternehmen aussagen?  Mein Gefühl sagt mir, da ist viel Wahres dran. Aber wie könnte das gelöst werden?

Ein paar Tipps:

Erste Maßnahme zur Vertrauensbildung: die HR Abteilung muss den Coaching-Prozess absolut transparent gestalten. Dazu gehört das grundsätzliche Angebot des Coachings durch ein Coach-Pool mit mehreren Coaches, aus dem die Führungskraft einen auswählt oder sich z.B. zwei Alternativen von der HR Abteilung empfehlen lässt. Auch wenn das Coaching von der HR Abteilung als Entwicklungsinstrument empfohlen wird, liegt die Entscheidung dafür oder dagegen ganz klar bei der Führungskraft. Selbstverständlich sind ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit dem potenziellen Coach und die klare Positionierung des Coachs und der HR Abteilung zur absoluten Vertraulichkeit. Nur die Führungskraft, die ihrem Coach vertraut und weiß, dass nichts aus den Gesprächen nach außen dringt, ist bereit, sich auf einen Veränderungsprozess einzulassen. Und noch einmal, hier geht es um Persönlichkeitsentwicklung, um komplexe Führungs- und Managementthemen, um Karriereentwicklung, Potenzialentfaltung und um Selbstreflektion und keinesfalls um Defizite. Es geht darum, für die Zukunft andere Handlungsoptionen zu gewinnen und somit bessere Lösungen für die Führungskraft und das Unternehmen zu generieren. Ohne Vertrauen und Vertraulichkeit geht nichts. Und Vertrauen muss in der Unternehmenskultur bereits verankert sein, sonst herrscht weiterhin die Angst vor einem Coaching.

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