Hätte ich ein paar Wünsche frei, dann…

Klaus Häck… würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass Unternehmer und Unternehmen in der Hospitality Branche verstehen, dass:

 es sich lohnt, um die guten Mitarbeitenden und Führungskräfte zu kämpfen und dafür mehr zu bieten, als sie es bis heute getan haben

  • es wirklich Zeit ist, flexiblere Arbeitszeiten anzubieten und flachere Hierarchien zu installieren, nicht um Kosten zu sparen, sondern um die Ressourcen der Mitarbeitenden zu fordern und sich den verändernden Zeiten anzupassen
  • der Mindestlohn nicht als Erklärung dient, warum das Restaurant jetzt nur noch abends geöffnet ist, sondern sich die Unternehmen ernsthaft mit ihrem Geschäftsmodell auseinandersetzen, wenn es unter normalen Rahmenbedingungen nicht mehr funktioniert
  • sie sich verstärkt um die Entwicklung der Führungskräfte kümmern, damit diese an das Unternehmen gebunden werden und erfolgreich und kompetent Mitarbeitende führen. Das reduziert die Zahl der Wechselwilligen
  • Mitarbeitende und Führungskräfte mit ihren Kompetenzen, Wünschen und Vorstellungen ernst genommen werden
  • sich die Zeiten geändert haben und sich die Unternehmer ernsthafter reflektieren und erkennen, dass mit den Lösungen von gestern die Themen von heute nicht mehr gelöst werden können

Denn bei meinen Karriere-Coachings höre ich immer wieder von angehenden Betriebswirten, die ihre Erfahrungen in der Hospitality-Branche gesammelt haben: „nee, da habe ich einfach keinen Bock mehr drauf.“

Worum geht es?

Zum Beispiel, wenn es in Familienbetrieben entweder gar keine Führung gibt oder sie zum Teil immer noch sehr autoritär ist. Oder wenn sich die Unternehmer untereinander nicht einig sind und die Mitarbeitenden es ausbaden müssen. Auch auf Teildienste, oder Dienstpläne, die erst Freitag für die darauffolgende Woche geschrieben werden, hat kaum noch einer Bock. Genauso wie auf mangelndes Lob oder Feedback von Seiten der Führungskräfte bei engagiertem Arbeiten.

Zahlreiche Coachees haben auch Erfahrungen in der Sternegastronomie gesammelt. Es hat ihnen fachlich viel gebracht, aber nochmal dort einsteigen möchte kaum noch einer. Denn viel Arbeiten für wenig Geld hat ausgedient. Und noch immer gibt es Unternehmen, die hochqualifizierten Betriebswirten mit 5 bis 10 Jahren Praxiserfahrung erst mal ein Trainee-Programm oder Praktikum anbieten, manchmal auch ohne Perspektive. Dasselbe gilt für befristete Arbeitsverträge, die mit geringem Gehalt ausgestattet sind. Wer hat denn Bock darauf, sich als Mitarbeitender drei Monate vor Ablauf des Vertrages beim Arbeitsamt zu melden, nur weil der Arbeitgeber unorganisiert ist und den Vertrag nicht rechtzeitig verlängert?

Es wundert also nicht, wenn mehr als 50 Prozent der angehenden Hotelbetriebswirte sich von unserer Branche verabschieden. Es wäre fatal, wenn in den nächsten Jahren einfach so weiter gewurschtelt wird.

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